… oder von der Suche nach Fehlern

Ich wollte euch heute bei RUMS mein momentanes Lieblingskleid zeigen – das Molly Dress von Sew Over it. Lange habe ich überlegt, wie ich einen Post dazu beginnen soll. Was könnte ich denn Interessantes über das Kleid erzählen? Es ist ziemlich einfach zu nähen. Meines ist außerdem aus einem festen Romanit – der wellt sich nicht und macht keine Zicken.

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Die Streifen passend zu bekommen, war nicht ganz so leicht, aber mit ein bisschen Ruhe und vielen Stecknadeln ist auch das kein Hexenwerk.

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Die Streifen passen – fast.

Und nun? Kein Post zu meinem Lieblingskleid, weil es nicht spannend genug ist und ich ausnahmsweise mal keine Nähpanne hatte? Ist doch blöd.

Manchmal läuft eben alles glatt – beim Nähen und auch sonst im Leben. Muss man denn dann immer ein Haar in der Suppe suchen? Darf man, nein sollte man nicht einfach stolz darauf sein, dass etwas auf Anhieb klappt? Oder ist man beliebter, nur weil man tief stapelt? Es mag euch vielleicht seltsam vorkommen, aber die Tatsache, dass ich zunächst krampfhaft versucht habe, einen Haken an meinem Erfolgserlebnis zu finden, hat mich eine ganze Weile beschäftigt.

Woher kommt es, dass wir manchmal im Leben die Hindernisse den gerade verlaufenden Wegen vorziehen? Warum fühlt sich etwas oft so viel besser an, wenn es mit viel Arbeit oder Schweiß erkämpft ist, als wenn es einfach flutscht. Am Ergebnis selbst ändert sich doch nichts. Liegt es daran, dass wir uns (also ich spreche hier vor allem für mich) so oft sagen: der Weg ist das Ziel? Und wenn der Weg dann zu leicht war oder zu schnell vorbei ist, bzw. wir das Ziel vorzeitig erreicht haben, fühlen wir uns um irgendwas betrogen?

Oder ist ein Ziel, dass man zu schnell erreicht vielleicht einfach eine Enttäuschung, weil die Vorfreude darauf dann zu schnell vorbei ist?

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Zu einem richtigen Ergebnis bin ich leider noch nicht gekommen. Aber ich habe mir vorgenommen: ich will mich mehr an meinen Ergebnissen freuen. Ich muss nicht alles hart erkämpft haben, damit es mir etwas wert ist. Dann wären plötzlich nämlich die vielen kleinen Dinge in meinem Leben, über die ich mich jeden Tag freue, wertlos. Und das wäre doch wirklich verdammt schade.

Also hier meine Lieben: mein Molly Dress. Es ist dunkelblau mit weißen Streifen, hat überschnittene Ärmel und besteht inklusive Halsbündchen aus 5 Schnittteilen. Aber wisst ihr was:

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I like !

Wie ist das bei euch – erwischt ihr euch auch oft dabei, das Haar in der Suppe zu suchen oder eure Erfolge runterzuspielen? Oder freut ihr euch wie ein Schneekönig über die vielen Kleinigkeiten im Leben?

Liebste Grüße

Steffi

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