Areia – Blusenshirt für den Spätsommer

Hello ihr Lieben. Eigentlich könnte ich diesen Beitrag auch „Blusenshirt für den Herbst“ nennen. Vor allem, wenn ich so aus dem Fenster schaue. Da sieht gerade nichts nach Spätsommer aus. Und zumindest meteorologisch hat der Herbst auch schon am 1. September begonnen. Aber da ich einfach ein Sommermädchen bin und vor allem den Spätsommer so liebe, richte ich mich immer nach dem kalendarischen Herbstanfang – und der ist erst am 21. September. Also zeige ich heute mein Spätsommerliches Blusenshirt Areia von erbsünde.

Was ist denn eigentlich ein Blusenshirt?

Blusenshirt, diese Bezeichnung kommt mir in den letzten Monaten sehr häufig unter – dabei haben die Shirts mit einer klassischen Bluse meist nur eines gemeinsam: beide werden aus Webware hergestellt. Andere klassische Blusenelemente wie Kragen, Knofpleisten oder Manschetten findet man an ihnen dagegen nicht. Andererseits haben Sie auch nur wenig Gemeinsamkeiten mit klassischen T-Shirts, z.B. die etwas legerere Passform. Im Gegensatz zu den bequemen Teilen aus Strickware haben Blusenshirts dafür meist Brustabnäher und die Halssäume werden in der Regel auch nicht mit Bündchen sondern eher mit Schrägstreifen oder einem Besatz versäubert. Man könnte also sagen, das Blusenshirt ist ein Hybrid aus Bluse und Shirt.

Aber eigentlich wollte ich ja meinen neuen Shirt-Blusen-Hybrid zeigen: Areia ist ein Schnitt von erbsünde (und wer hier schon länger mitliest weiß, neben den Schnitten von Sew Over it und Seamwork, mag ich die von erbsünde auch sehr gern und nähe ab und an auch Probe).

Der Schnitt

Areia ist ein bequemer Schnitt mit Brustabnähern. Aber es ist kein Oversize- oder weiter Schnitt. Die Schulternaht sollte z.B wirklich ziemlich genau auf eurer Schulter- / Armkante sitzen und an der Brust sitzt sie eher schmal. An den Seiten sorgen Schlitze und eine abgerundete Saumkante für einen schönen Fall. Ich habe hier tatsächlich ganz mutig die Größe nach meinem Brustumfang gewählt. Normalerweise hätte ich für die Hüfte eine Nummer größer nähen oder zumindest das Schnittmuster zwischen Brust und Hüfte auf einer größere Größe anpassen müssen – aber ich dachte mir, die Schlitze sorgen schon dafür, dass mein Becken und Po reinpassen. Das hat auch ganz gut geklappt.

Besonders machen den Schnitt aber die aufgesetzten Armrüschen. Genau, aufgesetzt. Das heißt, die Stoffstreifen werden vorher oben und gesäumt und dann links auf rechts an den Ärmel angenäht. Das wirkt gleich ein bisschen anders, als der typische und im Moment noch moderne Volant an Ärmel. Und tatsächlich muss ich sagen, finde ich das sogar ein bisschen bequemer. Manchmal stört mich so eine, in der Regel dickere, gekräuselte Naht auf der Innenseite eines Kleidungsstückes.

Die Passform

Ich habe Areia, wie schon erzählt, nach meinem Brustumfang genäht, also in Größe 40. Für die Hüfte hätte es auch eine Nummer größer sein müssen. Das passt soweit ganz gut und auch an den Brustabnähern musste ich zum Glück nichts anpassen.

Was ich aber ganz massiv geändert habe, ist die Länge. Ich habe aus der Mitte gute 10 Zentimeter Länge rausgenommen, sonst hätte ich eher eine Tunika, denn eine Bluse gehabt. Aber das ist etwas, dass ich bei erbsünde tatsächlich immer bedenken muss. Die Schnitte sind auf Frauen mit einer Körpergröße von 1,70 m ausgelegt. Ich bin eben einfach ein bisschen kürzer. Was mir dabei aufgefallen ist, ist dass es keine sogenannte „Hier kürzen“-Linie im Schnitt gibt. An sich ist das ok, ich kann mir auch selbst so eine Linie auf das Schnittmuster zeichnen und dann daran die Mehrlänge wegfalten oder das Schnittmuster zerschneiden und neu zusammenkleben. Aber mittlerweile bin ich wohl einfach verwöhnt und finde es schön, wenn sich schon jemand für mich Gedanken gemacht und diese Linie vorher eingezeichnet hat.

Wie ihr auf den Bilder erkennt, passt mir die Bluse vorne sehr gut. Hinten habe ich allerdings ein paar Querfalten und ich denke, hier hätte ich die Seitennähte im Schnitt doch auf die größere Größe auslaufen lassen können. Ich glaube da staut sich der Stoff an meinen Hüften.

Aber andererseits stehe ich selten so ruhig wie auf dem Bild und beim Bewegen fällt das nicht so auf. Mir selbst schon gar nicht, weil ich mich selten von hinten beobachte.

Meine Bluse Areia

Ich habe meine Bluse aus einem cremefarbenen Leinen genäht. Das hatte ich irgenwann mal günstig als Reststück in der erbstoff-Gruppe gekauft. Da ich mir wegen der Passform etwas unsicher war, dacht ich mir, ist es ok, den Stoff für ein Probestück zu verwenden. Bei der ersten Anprobe war ich jedoch so zufrieden mit dem Schnitt, dass mir das Blusenshirt zu schade für ein nicht getragenes Probeteil war.

Allerdings konnte ich es nicht einfach so naturfarben lassen – das sah tatsächlich nach einem Mittelalternachthemd aus. Also habe ich tief in meiner Schublade mit Borten gekramt und diese tolle Stickborte gefunden. Die hatte ich vor vier Jahren bei der H&H in Köln gekauft und bisher noch nicht benutzt. Mit ihr habe ich die Ärmel ein bisschen aufgepimpt. Um eine optische Verbindung zwischen der Borte am Ärmel und den Rest des Shirts zu schaffen, habe ich den Halssaum noch mit einem Zierstich in einer Kontrastfarbe versehen. Das mache ich nicht so oft, aber hier finde ich es richtig gut. Außerdem konnte ich so auch den Beleg gleich festnähen – ich hatte bei dem Leinenstoff Angst, dass der sonst immer wieder rausrutscht (trotz Feststeppen der Nahtzugabe).

Und jetzt hoffe ich einfach auf noch ein paar schöne Spätsommertage an denen ich meine Areia tragen kann.

Liebste Grüße,

Steffi

verlinkt bei: Du für dich am Donnerstag , Sew La La, HoT

2 Kommentare zu „Areia – Blusenshirt für den Spätsommer

  1. Was für ein tolles Blusenshirt. Gerade die Idee mit der Borte an den Ärmeln finde ich klasse. Mit einem Jäckchen drüber kannst du das SHirt doch bestimmt noch länger tragen 😉
    Grüssle. Birgit
    PS: Schön, dass du zu sew la la gefunden hast 🙂

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