Mein erster Mantel – Cocoon Coat von Sew Over it

Hello ihr Lieben. Ich hoffe ihr seid alle gut in die ersten Arbeitswochen im neuen Jahr gestartet. Ich habe mich tatsächlich wirklich auf die Arbeit gefreut. Also, nicht, dass ich nicht auch noch länger hätte Urlaub haben können – aber wenn der Job zu einem passt, dann ist auch das Aufstehen um kurz vor 6:00 Uhr in der Früh nicht schlimm und man freut sich einfach auf die neuen / nächsten Aufgaben. Es warten ein paar spannende Projekte auf mich in den ersten Monaten von 2020 und ich bin voller Tatendrang.

Ich möchte euch heute hier meinen ersten selbstgenähten Mantel zeigen. Jacken habe ich tatsächlich schon ein, zwei, drei genäht. Aber tatsächlich noch nichts mit Futter. Da war der Cocoon Coat von Sew Over It tatsächlich der erste.

Genäht habe ich ihn allerdings schon vor einer Weile. Und zwar war er das letzte Projekt, dass ich 2018 genäht habe (ja das stimmt). Am Silvesternachmittag 2018 auf 2019 habe ich die letzte Naht im Futter geschlossen. Ich trage den Mantel also tatsächlich mittlerweile die 3. Saison (Frühjahr 2019, Herbst 2019 und Winter 2019/2020). Da er aus einem dicken Wollstoff besteht, kann man ihn an warmen Wintertagen gut tragen.

Zum Schnitt

Den Schnitt bekommt ihr mittlerweile bei Sew Over It im Shop als PDF Schnittmuster. Ich hatte mir damals, als ich ihn genäht habe, noch über das Lisa Comfort Magazin besorgt, bei dem er einmal als Beilage drin war. Er ist für mittelschwere bis schwere Wollstoffe ausgelegt und ihr könnt ihn in den Größen 8 bis 20 (UK) nähen, was ungefähr den deutschen Größen 34 bis 46 entspricht.

Der Schnitt an sich ist relativ schlicht. Er ist leicht oversized geschnitten und hat überschnittene Schultern, bzw. tiefer angesetzte Ärmel. Der fertige Mantel ist circa knielang. Im Schnitt ist der Schnitt für das Futter erhalten. Mir hat damals besonders gut der kleine Stehkragen gefallen – tut er auch immer noch.

Die überschnittenen Ärmel machen das Einsetzen leicht.

Wenn man möchte, kann man den Cocoon Coat um Paspeltaschen erweitern. Ich habe die damals weggelassen, weil ich mich ein bisschen davor gefürchtet habe. Jetzt wünsche ich ehrlich gesagt, ich hätte sie genäht. Zu oft passiert es mir, dass ich meinen Schlüssel oder Autoschlüssel und das Handy mal kurz in die Tasche stecken möchte, um die Hände frei zu haben, und dann geht das nicht. Sehr ärgerlich.

Den kleinen Stehkragen finde ich richtig schön.

Da der Schnitt anfängerfreundlich ist, verzichtet man dabei auch auf einen Verschluss. Er hat also keine Knopfleiste oder einen Reißverschluss. Wie gesagt, an wärmeren Wintertagen reicht das durchaus – aber ich hatte eigentlich geplant mir trotzdem Knöpfe anzunähen. Nur hat meine alte Pfaff damals bei den Knopflöchern kapituliert und die Druckknöpfe, die ich gekauft habe, liegen immer noch im Nähkästchen.

hier sieht man ganz gut, das der Mantel entweder zu lang – oder zu kurz ist.

Die Länge an sich hätte ich mir vorher auch mal genauer anschauen können / sollen. So ein paar Zentimeter kürzer hätten auch gereicht. Irgendwie finde ich, meine Beine sehen so ganz schön kurz aus. Bzw. meine Beine sind relativ kurz, aber das fällt mit dem Mantel irgendwie noch mehr auf.

Stoff und Nähvergnügen

Zu meinem vernähten Stoff kann ich euch tatsächlich nicht sehr viel erzählen. Den habe ich vorletztes Jahr auf dem Stoffmarkt in München gekauft. Es ist ein schwerer Wollstoff, der aber einfach zu vernähen war.

Das Futter war noch aus einem Futterreste-Paket von Buttinette. Bestellt habe ich das ganz am Anfang meiner Nähkarriere – so vor circa 7 Jahren. Es ist ein ganz einfache Polyesterfutter, nichts besonderes und wirklich nicht schön zu vernähen. Ich glaube es hat nur jede dritte bis vierte Nadel, die ich gesteckt habe, im Stoff gehalten. Irgendwann bin ich dann auf den Tipp gestoßen, dass man abwechselnd eine Nadel quer und eine längs zur Stoffkante stecken kann. Da wurde es etwas besser. Selbst mit vielen Nadeln und lautem Fluchen hat sich der Stoff unter der Nähmaschine nicht gut benommen. Aber egal, die Nähte halten bis jetzt und die Rückseite des Futters sieht man ja nicht.

Die Anleitung oder Knoten in meinem Kopf

Das Nähen des Mantels ging eigentlich ganz leicht. Ich mag die Sew Over it Anleitungen gern und auch, wenn Sie auf englisch sind, finde ich sie wirklich gut verständlich. Einzig beim Futter hatte ich den totalen Knoten im Kopf. Ich habe einfach nicht verstanden, wie ich Futterärmelsaum und Außenmantelärmelsaum zusammen bekommen soll, ohne mir eine Zwangajacke zu nähen (wenn man nämlich nicht aufpasst und das richtig macht, bekommt man tatsächlich eine zwangsjackenähnliche Ärmelkonstruktion. Ich hätte mal Fotos davon machen sollen!

Auch nach mehreren Telefonaten mit einer Freundin hat es einfach nicht Klick gemacht. Bis ich dann irgendwann auf die Idee gekommen bin, mir ein Anleitungsvideo anzuschauen. Sew Over it hat nämlich auch einen Jacken-Nähkurs im Programm. Und auch, wenn ich die Coco-Jacket noch nie genäht hatte, den Kurs habe ich irgendwann mal bei einem Black Friday Sale ergattert. Ich wünschte ja, das wäre mir etwas früher eingefallen.

Auf jeden Fall war es mit dem Kurs endlich auch für mich klar, wie man das Futter an den Ärmelsaum bekommt und alles hinterher trotzdem einfach wenden kann. Danach war alles andere tatsächlich ein Kinderspiel …. bzw. wäre gewesen, wenn die Wendeöffnung groß genug gewesen wäre. Falls ihr wissen möchtet, wie man ein Ärmelfutter an einen Ärmel näht – euch aber nicht gleich den Jacken-Kurs von Sew Over it kaufen wollt, ich habe bei Youtube auch ein tolles Video von Anna von einfach nähen gefunden, in dem das genau so toll erklärt wird.

Der Tragekomfort

Man könnte jetzt meinen, ich ziehe den Cocoon Coat nicht oft an, weil er keine Verschlussleiste und keine Taschen hat und alles in allem auch noch ein bisschen lang ist. Stimmt aber nicht. Ich ziehe ihn tatsächlich sogar gerne an und mache ihn mir mit einer Jackennadel und einem dicken Schal auch einigermaßen kältetauglich. Den Schnitt finde ich nämlich ausgesprochen kleidsam und bequem. Ob ich ihn aber noch einmal nähen werde, weiß ich noch nicht. Das liegt allerdings nicht daran, dass ich den Schnitt nicht mag oder ihn schwer zu nähen fand – mein Bedarf an Jacken / Mänteln ist einfach nicht so hoch, das ich das gleiche Modell mehrmals nähen möchte.

Wie sieht es bei euch aus? Näht ihr gern und oft Jacken und Mäntel, am besten jede Saison eine neue?

Liebste Grüße, Steffi

Verlinkt bei: Handmade on a Tuesday

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