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Endlich habe ich mich an das Thema Jeans-Nähen gewagt. Hat ja auch lange genug gedauert, vom ersten Plan und plotten lassen des Schnitts bis zum in Angriff nehmen. Ich glaube das waren 6 Monate. Deshalb wollte ich diesmal auch ganz bewusst den Schnitt an mich anpassen.

Ich glaube, so viel habe ich noch nie an einem Schnitt rumgedoktert, bevor ich angefangen habe überhaupt das Schnittmuster auszuschneiden.

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Geworden ist es die Mia Jeans aus dem Sew Over it City Break ebook. Die wollte ich schon seit Erscheinen des Ebooks nähen, warum also nicht damit anfangen.

Schnittanpassung

Erst einmal habe ich mich genau von einer Freundin ausmessen lassen. Taillenweite, Hüftweite, Schrittlänge, die dickste Stelle meiner Oberschenkel und die dickste Stelle meiner Waden. Ich sage euch, allein das hat mich schon ganz schön viel Überwindung gekostet.

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Als ich dann alle meine Maße in Inch und Zentimeter hatte, haben wir zusammen den Schnitt der Mia Jeans mit diesen verglichen. Und festgestellt: in der Hüfte passt mir noch Gr. 14, an der breitesten Stelle der Oberschenkel kann ich aber eine 16 vertragen (an dieser Stelle sage ich mir leise vor: es sind nur Zahlen, es sind nur Zahlen). Also haben wir zusammen den Schnitt etwas angepasst. Da mein Stoff nicht ganz so dehnbar war, wie vom Schnittmuster verlang, bin ich um die wenigen cm sehr froh.

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Das Ausmessen und übertragen der Maße auf den Schnitt hat bestimmt zwei Stunden gedauert – aber ich bin froh darum. Ich nehme mir ja eher selten die Zeit für Schnittanpassungen, aber hier hat es sich wirklich gelohnt. 

Ich habe diesmal vor allem zwischen zwei Größen gradiert. Beim nächsten Mal würde ich tatsächlich noch an der Behebung diverser Falten im Schritt und am Po arbeiten. Aber es ist ja immer etwas Platz nach oben. 

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Wahrscheinlich hätte ich die komplette Hose in der Zeit nähen können, die ich für das Anpassen gebraucht habe. Aber auch damit habe ich mir sehr viel Zeit gelassen. An einem Tag habe ich z.B nur die Po Taschen gebügelt, gesteppt und angenäht. Am nächsten dann den Reißverschluss mit Untertritt vorbereitet und abgesteppt usw. Und ehrlich: das langsame Nähen gefällt mir. Selbst das ständige Wechseln und Umfädeln der Nähmaschine von normalen Nähgarn zu Topstitch-Garn hat mich nicht gestört. Im Gegenteil, ich glaube so konzentriert habe ich schon lange nicht mehr vor mich hin gewerkelt.

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Weil es meine erste Jeans war, habe ich mit dunklem Topstitch-Garn abgesteppt.

Die Anleitung

Die Anleitung zur Mia Jeans ist gut. Der englische Text ist leicht zu verstehen, und was ich nicht ganz verstanden habe, konnte ich mir anhand der Bilder zusammenreinem. Was mich jedoch mittlerweile an dem Sew Over it City Break Ebook ein bisschen stört, ist die Größe der Bilder. An manchen Stellen hätten es mir geholfen, sie zu vergrößern, um Details besser zu erkennen. Leider sind sie dann aber unscharf. Gerade bei kniffligen Stellen, wie dem Reißverschlussuntertritt einnähen, hätte mir das geholfen.

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Aus dem So Over it City Break Capsule Wardrobe ebook

Denn das war für mich beim Nähen der kniffligste Punkt – dieser Reißverschluss-Untertritt. Mal ehrlich, ich habe die Anleitung dazu so genau gelesen und war so konzentriert Schritt für Schritt abzuarbeiten, dass ich überhaupt nicht gemerkt habe, dass sich bei mir ein ziemlich doofer Fehler eingeschlichen hat. 

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Findet ihr den Fehler?

Bis auf diesen Punkt finde ich die Anleitung sehr gut. Die Bilder sind selbsterklärend. Und ich habe dann tatsächlich ziemlich bald eine erste Anprobe der Hose machen können. Und war erst mal total stolz – ich hab immerhin meine erste richtige Jeans genäht – und dann total ernüchtert: weil sie wirklich ziemlich High Waist geschnitten war.

Noch mehr Schnittanpassungen

Trotz vorigem Ausmessen – ich hätte nicht gedacht, dass sie so weit über den Bauchnabel geht. (Ja, auf den Bildern im Ebook sieht man deutlich, dass sie extrem hoch geschnitten ist – aber wie das so ist mit Wunsch und Wirklichkeit….) Und da der Bund, wie in der Anleitung beschrieben, auch noch mit dünner Vlieseline verstärkt war, war das auch noch sehr unbequem. Da dehnt sich nämlich nicht mehr viel. Ich habe die Hose dann zwei Tage Probe getragen, um zu sehen, ob ich mich daran gewöhne. Am dritten Tag habe ich beschlossen: Der Bund kommt noch mal runter und circa 3 cm an Leibhöhe kommen weg.

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Gesagt getan. Ich habe also den Bund abgetrennt, die Hose anprobiert, mir eine Markierung gemacht, wieviel von der Leibhöhe weg soll und den Bund wieder angenäht. Nicht ohne vorher auch noch die Vlieseline zu entfernen.

Nachdem alles wieder zusammengenäht war, folgte die dritte Anprobe und siehe da: ich habe eine passende Hose!

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Natürlich ist sie nicht perfekt: dadurch, dass der Bund jetzt nicht mehr verstärkt ist, klappt er um. Und dadurch, dass sie jetzt nicht mehr an der schmalsten Stelle meiner Taille sitzt, rutscht sie nach ein paar Stunden tragen – und macht dann komische Falten an Stellen, an denen vorher keine waren. Der Reißverschlussuntertritt ist auch auf der falschen Seite (ihr erinnert euch? Ich habe so konzentriert die Anleitung gelesen, dass ich jetzt einen Reißverschlussuntertritt an einer Stelle habe, an der gar kein Reißverschluss ist), aber das ist mir tatsächlich erst beim richtigen Tragen aufgefallen. Aber: ich habe meine erste Jeans genäht! Mann, was bin ich stolz.

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Bei der nächsten Version werde ich die Falten noch minimieren.

Ganz fertig ist sie aber tatsächlich noch nicht. Ich habe noch ein paar Gürtelschlaufen, die ich noch nicht angenäht habe. Und gesäumt ist sie tatsächlich auch immer noch nicht – aber nur, weil ich mich noch nicht entschieden habe, wie lang ich sie haben möchte. 

Und nun? Noch mehr Jeans!

Zum Schnitt selbst: es gibt bestimmt Jeansschnitte, die besser zu meinen Körperformen passen und vorteilhafter an mir aussehen. Aber ich will die Mia Jeans tatsächlich trotzdem noch mal aus einem anderen Stoff, mit mehr Elastan nähen. Ich habe nämlich für mich selbst rausgefunden: Jeans nähen macht mir Spaß. Und es lohnt sich, etwas länger an einem Schnitt rumzuwerkeln und den immer mehr auf den eigenen Körper anzupassen.

Sewrender-MiaJeans-frontal-Kette Kopie

#soimiajeans-closer

Wie macht ihr das? Beschäftigt ihr euch schon vor dem Stoffzuschnitt eingehend mit Passform und Schnittanpassung? Oder macht ihr das erst während dem Nähen?

Liebste Grüße,

Steffi

Verlinkt bei: Sew La La,  AfterWorkSewingHoT,  Creadienstag,

7 Gedanken zu “Meine erste Jeans – Mia Jeans von SOI

  1. Liebe Steffi,

    ich ziehe meinen Hut vor Dir! RESPEKT! Ich habe mich bis jetzt noch nicht an eine Jeans getraut, obwohl ich eigentlich genau aus diesem Grund mit dem Nähen angefangen habe: Ich finde NIE eine passende Kauf-Jeans.
    Jeansstoff mit Elasthan und einen Jeansschnitt hätte ich schon alles bereit liegen, aber ich habe mich noch nicht rangetraut.
    Deine Jeans sieht super aus! Du kannst sehr wohl diesen Schnitt tragen.
    Ich wünsche Dir viel Spaß und viel Erfolg bei Deiner nächsten Mia!

    LG
    Natalie

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  2. Ja wie cool, eine Jeans 🙂 Ich habe sicher schon 4 oder 5 “richtige” Jeans genäht und noch immer ist es ein Gegner für mich. Solche Projekte schiebe immer, vermutlich weil viel Zeit investiert werden muss. Und auch ich stottere stets am RV 🙂 Du bist also nicht allein. Ich finde es klasse, dass du dich an eine Jeans gewagt hast und dein Ergebnis kann sich absolut sehen lassen. Ich bin gespannt, wann das nächste Jeansprojekt startet. Meine letzte ist im Zuge eines Sew-Alongs entstanden. So etwas wäre doch mal wieder was. Du und Melanie 🙂 ein Sew Along für eine Jeans über eure Bloggerparty…………..Da raffen sich dann sicher einige auf.
    LG Katrin

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  3. Ein schöner und ausführlicher Artikel. Man müsste sich schon vorher so ausführlich mit dem Schnitt beschäftigen, das Endergebnis soll ja passen, aber zugegeben nehme ich mir die Zeit selten. Ich habe letztes Jahr auch meine erste Jeans genäht. Das langsame Nähen hat mir auch sehr gefallen, auch wenn ich danach auch Freude an ein paar schnellen Kindershirts hatte. Aber ich werde nicht der ultimative Hosennäher werden.
    Deine Hose sieht gut aus, der hohe Bund wäre auch nicht meins gewesen. Ob ich allerdings die Motivation gehabt hätte noch mal aufzutrennen… Respekt.
    LG
    Kerstin

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  4. Ich find deine Jeans supergut gelungen. Da habe ich mich allerdings noch nicht dran getraut. Ich hätt Angst, dass ich dann nicht rein passe.
    Ich passe Schnitte oft schon vorher an, machmal auch erst bei der ersten Anprobe – bestenfalls gar nicht!
    Liebe Grüsse
    Melli

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