Kennt ihr das: ihr habt einen freien Abend (oder Nachmittag oder Tag), habt alle eure Nähutensilien bereit (Schnittmuster, Stoff, Stifte, Schere usw) und wollt gemütlich zuschneiden, legt euch den Schnitt auf den vorbereiteten Stoff und dann beginnt das unsägliche Festpinnen des Papierschnittes mit Stecknadeln.

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Bei mir führt das regelmäßig zu blutigen Fingerspitzen, verrutschtem Stoff und bei meinen Lieblingsschnitten, die ich mehr als einmal nähe, zu kaputten Ecken im Schnittmuster. Das nervt mich unsäglich. Meistens kommt dann auch noch die Katze ins Nähzimmer gesaust und landet mit einem Hechsprung auf meinem Stoff, der dann natürlich komplett verrutscht. Das nervt mich noch viel mehr!

Ich habe ja schon von Leuten gehört, die ihre Schnittmuster mit allen möglichen Dingen beschweren. Von Konservendosen über Blumentöpfe und Wassergläser war da schon alles dabei. Und dann gibt es andere, die basteln sich Nähgewichte aus mehreren Unterlegscheiben. Wieder andere investieren in extrem hübsche Nähgewichte, die wir Macarons oder Donuts aussehen (yummie). Ihr seht, das sind alles unterschiedliche Möglichkeiten, denen eines gemeinsam ist: der Stoff und der Papierschnitt darauf werden so beschwert, dass man nichts versehentlich verrutscht, aber die Finger bleiben dabei heil. Und man kann dann gemütlich die Markierungen auf den Stoff übertragen oder einfach entlang der Kante des Papierschnittes ausschneiden.

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Das wollte ich auch! Aber die Lösung mit Blumentöpfen und Konservendosen ist nicht so meines – ein bisschen hübscher darf es schon sein. Volle Wassergläser möchte ich auch nicht verwenden – ich kenne mich, am Ende sind Stoff und ich nass und der Papierschnitt würde sich auflösen.

Unterlegscheiben wäre eine Methode – aber die sind mir ein bisschen zu klein. Und die hübschen Nähgewichte, die es zu kaufen gibt? Ja die wären schon klasse, aber die Zusatzausgabe ist leider nicht drin (ihr wisst ja, ich hab mir eine Cover gegönnt, wir essen eh gerade nur Reis 😉 ).
Tja und nun, könnte man fragen? Dann muss sie eben weiter pinnen, wenn sie mit nichts zufrieden ist. Ha – muss ich nicht! Ich hab mir eine andere günstige Methode gesucht (bzw. bei einer Freundin abgeschaut), die auch noch Spaß macht (also meinen Kindern hat es großen Spaß gemacht). Darf ich vorstellen: die Isar-Kiesel-Nähgewichte.

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An einem sonnigen Nachmittag bin ich mit meinen Jungs runter an die Isar gefahren und habe dort zusammen mit ihnen nach großen flachen Steinen gesucht. Zu Hause haben wir die abgewaschen und ein bisschen geschrubbt und seitdem habe ich keine blutigen Fingerspitzen mehr beim Stoff festpinnen.

 

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Und zum Glück ist mir das Körbchen mit den Steinen noch nie auf die Füße gefallen. Auch das Problem mit den Stecknadeln, die nach Zuschneideorgien immer auf dem Boden verstreut waren, habe ich nun nicht mehr. Und versehentlich mit meiner guten Stoffschere in eine Stecknadel schneiden ist nun auch Schnee von gestern.

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Natürlich müssen es nicht Isarkiesel sein. Hauptsache die Steine sind relativ flach, gleichmäßig und schwer. Dann verrutsch nichts mehr – selbst wenn die Katze einen stuntreifen Hechtsprung hinlegt. Nur wenn ich Streifen vernähe – dann stecke ich noch brav mit Nadeln.

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Wie macht ihr das? Nadeln stecken oder Gewichte benutzen? Gibt es außer mir noch jemanden, der auch Steine verwendet? Ich bin neugierig 🙂

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Liebste Grüße, Steffi

Verlinkt bei:  FreutagRUMS,

 

14 Gedanken zu “Aus dem Nähzimmer #3 – Braucht man Nähgewichte?

  1. Was musste ich lachen! Ich benutze auch große, flache Steine, die ich mir am Nordseestrand in Dänemark gesammelt hatte (noch ohne Näh-Hintergedanken). Sind perfekt, finde ich. Mit Nadeln kann ich mich auch nicht anfreunden und unsere Katze lässt sich übrigens auch total gerne auf meinen ausgebreiteten Schnitten räkelnd nieder ;o)
    LG Stef

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  2. Hm, wenn es irgendwie geht, klammere ich am liebsten – und ansonsten stecke ich. Allerdings will ich eigentlich auch schon lange Nähgewichte testen. Vielleicht suche ich nächste Woche mal in Dresden an der Elbe nach Steinen? 😉 Auf jeden Fall eine gute Idee und theoretisch kann man die Steine ja auch noch hübsch bemalen oder beschriften.
    LG, Anni

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  3. Ich hab mich immer gefragt, wozu man Nähgewichte braucht. Zum Schnittübertragen, das macht natürlich Sinn. Ich nehm da halt immer Bücher oder was sonst grad so in passender Größe greifbar rumliegt. Die Idee mit den Isarkieseln find ich dafür super!

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  4. Liebe Steffi,
    die größten Unterlegscheiben vom Baumarkt kommen bei mir zum Einsatz, nachdem ich all die tollen Nadelerfahrungen gemacht habe, von denen Du schreibst.
    Ich bewahre sie in einer leeren 100g Tree of Tea Dose auf (damit ist der Durchmesser der Scheiben auch halbwegs klar).
    Was mir an Deiner Steinidee gefällt? Das Körbchen. Damit wird‘s ja fast ein Dekoobjekt. Danke für die Idee!
    Liebe Grüße
    Kerstin

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    1. Hallo Kerstin,

      Danke für deinen Kommentar. Von den Unterlegscheiben habe ich auch schon gehört. Das ist auch ziemlich praktisch. Und wahrscheinlich tut es nicht so weh, wenn sie dir aus versehen mal auf den Fuß fallen, oder? Vielleicht sollte ich das auch noch mal versuchen :). Liebste Grüße, Steffi

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      1. Liebe Steffi,
        was ich an den Scheiben mag: ich lege sie sehr dicht an der Schnittmusterkante entlang. Fast wie Perlen auf einer Kette. Beim Schneiden mit der Schere hebt sich ja der Stoff und so bleibt das Schnittmuster halbwegs sicher am Stoff dran. Aber dadurch erhöht sich der Verbrauch und billig sind die großen Scheiben nun wirklich nicht. Was ich nicht so mag: Sie lassen sich manchmal nicht so gut hochnehmen – logisch, sie sind ja nur 2-3mm dick.
        Meinen Füßen geht’s gut, wenn mir eine Scheibe aus der Hand rutscht, aber wehe, es sind mehrere gesteigert durch den Bodenbelag – Fliesen um genau zu sein. … Das ist ein Höllenlärm – gerad‘ dann, wenn Du sie alle aufgehäuft hast und rüber zur Dose tragen willst 😉
        Liebe Grüße
        Kerstin

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