Heute zu Rums wird es ganz kurz sprachwissenschaftlich. Es geht um Hochmut – das bedeutet Superbia übersetzt, zumindest wenn man in der kirchlichen Begrifflichkeit bleibt und sie damit zu einer der sieben Todsünden zählt. Aber es gibt auch eine modernere Übersetzung für Superbia und die bedeutet Stolz. Nun ja, Stolz an sich ist nun erst Mal nichts Schlechtes, wie ich finde.  Eine gesunde Portion Stolz auf sich selbst, seinen Körper und sein Können, das wünsche ich jedem Menschen. Das ist etwas, das ich meinen Kindern mitgeben will, sei stolz auf dich,  lebe für deine Träume – und sei stolz darauf, wenn du sie erreicht hast.

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Doch Superbia ist nicht nur ein Begriff –  Superbia ist auch ein (älterer) Schnitt von dem Münchner Label Erbsünde von Ilka Matthiessen. Die Schnittmuster von Ilka gehören tatsächlich mit zu den ersten, die ich für mich selbst genäht habe. Neulich war ich freitags Abend zu Besuch in der Erbsünde Nähwerkstatt und habe an einem Workshop teilgenommen. Im Gepäck hatte ich einen alten Stoffschatz (aus der Kiste meiner lieben Freundin, die mir schon so viele Schätze vermacht hat). Dieser in Pastelltönen gestreifte, Chevronplissierte (gibt es das Wort überhaupt?) Stoff fällt ganz weich und leicht. Wenn man ihn anfasst, denkt man zuerst es müsste Plastik pur sein, aber er trägt sich so unglaublich leicht und luftig – ich habe wirklich keinen Schimmer was das sein könnte (er lässt sich auch sehr gut und mit hoher Gradzahl bügeln). Auf jeden Fall dachte ich mir, warum nicht eine Superbia als Kleidversion daraus nähen. Ich gebe zu, die Farben sind in Kombi mit diesem Muster schon sehr krass, aber so ein luftiges Kleid, das ziehe ich nicht zur Arbeit an. Damit gehe ich ins Schwimmbad, an den See oder chille Sonntags im Garten – zur Eisdiele würde ich es auch noch tragen. Also alles Situationen, in denen ich auffällige Farben und Muster gerne trage.

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Aus dieser Perspektive sieht man das Muster besonders gut.

Und jetzt habe ich mir meine erste Superbia als Maxikleid genäht. So richtig Maxi! Wenn ich FlipFlops trage, schleift das Kleid ein bisschen über den Boden – aber ich finde das passend. Und ich habe an den Seiten noch Schlitze eingenäht, die bis an die Knie gehen – damit habe ich eine große Bewegungsfreiheit.

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Wie man sieht, ist das Kleid ganz schön lang.

Nur bei der Schleife oben bin ich mir noch nicht so sicher. Ilka hatte mir eine breites knallpinkes Satinband gegeben, das wirklich schön aussah – aber das war mir dann selbst für den Garten too much. Ok mein neonpinkes Schrägband ist nicht minder auffällig, nur etwas schmäler und weniger glänzend. Ich hätte gern eine Art Häkelspitzenband in Creme dafür, habe aber noch nichts gefunden. Vielleicht werde ich auch einfach dickes Jerseygarn (dieses zum Häkeln) in Beige kaufen und zur Kordel flechten, mal schauen.

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Mit dem pinken Schrägband bin ich noch nicht ganz glücklich.

Ansonsten musste ich bei dem Schnitt nicht viel ändern. Ich habe Größe S genäht und unter den Armen auf jeder Seite noch 3 cm weggenommen, weil mir der Armausschnitt sonst zu tief gewesen wäre (ich bin nur etwas über 1,60m – deshalb muss ich solche Änderungen öfter machen). Dann habe ich den Schnitt einfach auf die volle Stofflänge, die ich zur Verfügung hatte, verlängert und die seitlichen Schlitze eingenäht.

 

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Die Schlitze hab ich in „Fauler-Mädchen-Manier“ genäht.

Für diese Schlitze habe ich vorher die Position bestimmt, an der sie beginnen sollen. Dann habe ich die Seitennähte geschlossen und ab Schlitzbeginn habe ich einfach nur die Nahtzugaben mit einem Gradstich umgenäht. Ganz einfach und mit einer großen Portion  „Faule-Mädchen“-Mentalität. Auf Belege hatte ich keine Lust, und der Stoff franst so was von gar nicht aus, dass ich ihn an den Seitennähten nicht einmal versäubert habe. Und Voila – fertig ist meine Maxi-Superbia, auf die ich mächtig stolz bin.

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I like,

Ich kann euch Superbia als schnellen Sommerschnitt nur ans Herz legen. Ich habe selbst schon einen weiteren Stoff im Auge und möchte die Version mit kurzen Ärmeln ausprobieren. Außerdem wird es auch bald was Neues sommerliches von Erbsünde geben, also haltet die Augen auf, Mädels.

Liebste Grüße

Steffi

5 Gedanken zu “Maxi-Superbia von erbsünde

  1. Das ist ja lustig – gerade heute habe ich nämlich bei RUMS auch einen Post verlinkt, bei dem es um Laster und Todsünden ging (great minds think alike?!?). Glückwunsch zu deinem coolen Eisdielen-Kleid!

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